Der Begriff DEMUT wird von vielen Menschen leider ausschließlich mit dem religiösen Verständnis erklärt. Das kann auch zutreffen, ist aber bestenfalls ein sehr kleiner Teil der wahren Bedeutung. Ganz allgemein gesprochen ist ein demütiger Mensch jemand, der sich selbst nicht in den Mittelpunkt oder sich über andere stellt.
Ein buddhistischer Mönch, Matthieu Ricard, hat eine wunderbare Definition formuliert, die ich hier einbringen möchte:
„Demut besteht nicht darin, sich geringer als die Anderen zu fühlen sondern sich von der eigenen Wichtigkeit zu befreien!“
Ein wahrhaft demütiger Mensch ist bereit, Dinge wertfrei anzunehmen, die er nicht ändern kann. Er ist bereit, im Rahmen seiner Aufgaben und Verpflichtungen zu dienen. Demut ist eine Form der Selbst-Genügsamkeit und Hingabe, die zu mehr Ausgeglichenheit und Lebensfreude führt.
Um diese wunderbare Tugend tiefergehend ins Verständnis zu bringen, möchte ich auch kurz das Gegenteil von Demut beschreiben: HOCHMUT
Dieser hat meist fatale Konsequenzen: „Hochmut kommt vor dem Fall“, heißt es nicht umsonst im Sprichwort. Für diesen Begriff gibt es einige Synonyme und artverwandte Eigenschaften: Affektiertheit, Eitelkeit, Hochnäsigkeit, Respektlosigkeit, Selbstgefälligkeit, Selbstüberschätzung oder Wichtigtuerei.
Allein die Liste zeigt: ohne ein gewisses Maß an Demut ist das Auskommen mit anderen Menschen immer schwierig. Demut und Hochmut sind die zwei Extrempole, welche die Persönlichkeit, den Charakter eines Menschen massiv prägen.
Einfache Wege Demut zu entwickeln und zu stärken:
Übe Selbstreflexion:
Regelmäßige Selbstreflexion ist entscheidend für die Entwicklung von Demut. Nimm dir Zeit, über deine Stärken und Schwächen nachzudenken. Denk über deine Interaktionen nach und überlege, wie du unterstützender hättest sein können.
Hole Feedback ein:
Bitte KollegInnen, Freunde und Familie aktiv um ehrliches Feedback. Sei offen für dieses Feedback ohne Abwehrhaltung. Zuhören und die Perspektiven anderer ernsthaft berücksichtigen, hilft dir ebenfalls.
Schätze die Beiträge anderer:
Mache es dir zur Gewohnheit, die Bemühungen und Leistungen anderer anzuerkennen und zu würdigen. Dies kann so einfach sein, sich in Gesprächen oder Diskussionen zu bedanken oder anderen Anerkennung zu zollen.
Diene Anderen:
Freiwillig und unaufgefordert zu helfen, wo Hilfe notwendig ist, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, und ohne damit seine eigene Großartigkeit zu demonstrieren kann Demut fördern.
Praktiziere Achtsamkeit:
Meditation kann dabei helfen, einen Zustand des vorurteilsfreien Bewusstseins zu kultivieren, der es dir ermöglicht, deine Gedanken und Gefühle zu beobachten, ohne sich zu sehr mit ihnen zu identifizieren. Diese Praxis kann dir helfen, dich von egozentrischen Verhaltensweisen zu lösen und eine bescheidenere Einstellung zu entwickeln.
Begrenze oder noch besser, eliminiere den Social-Media-Vergleich:
Soziale Medien fördern eine vergleichsbasierte Kultur, die egoistisches Denken fördert, deine Selbstwahrnehmung verzerren und Demut behindern kann.
Übe Dankbarkeit:
Regelmäßiges Üben von Dankbarkeit kann deinen Fokus von dem, was dir fehlt oder du dir noch wünschst, auf das verlagern, was du bereits besitzt und wertschätzen solltest. Dieser Perspektivenwechsel verringert das Gefühl „des Habenwollens“ und stärkt die Demut.
Dies sind einige Übungen, um diese zentrale Tugend – die Demut – zu stärken. Damit hebst du auch deine Charakterbildung auf die Herzensebene und wirst ein glücklicheres Leben führen.
Letzten Endes ist Demut eine Lebenshaltung, die auch zum Inhalt hat zu wissen, dass du ein geistig-spirituelles, unsterbliches Schöpferwesen bist!
Helmut Posch
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